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The Art of Sauna

Ätherische Öle in der Sauna

13. October 2026·5 Min. Lesezeit

Für die Sauna eignen sich vor allem ätherische Öle mit klarem, frischem Duft: Eukalyptus, Pfefferminze, Kiefer und Fichte, dazu Zitrusöle, Lavendel und Melisse. Sie gehören nie pur auf den Saunaofen, sondern werden mit einem Lösungsvermittler gemischt und stark verdünnt ins Aufgusswasser gegeben. Am einfachsten und sichersten ist ein fertiges Aufgusskonzentrat mit Dosierangabe.

Im Netz liest man über ätherische Öle in der Sauna viel, was sich nicht belegen lässt. Dieser Beitrag bleibt bei dem, was man sicher sagen kann: welche Öle passen, was in einem Saunaöl steckt und worauf du bei der Anwendung achten solltest.

Was ätherische Öle sind

Ätherische Öle sind flüchtige Duftstoffe aus Pflanzen. Gewonnen werden sie meist durch Wasserdampfdestillation aus Blättern, Nadeln, Blüten oder Holz, Zitrusöle durch Pressen der Fruchtschale. Jedes Öl ist ein Gemisch aus vielen Einzelstoffen. Einige davon prägen den typischen Geruch:

  • 1,8-Cineol im Eukalyptus
  • Menthol in der Pfefferminze
  • Limonen in Zitrusschalen
  • Linalool im Lavendel
  • α-Pinen in Nadelhölzern

Warum wir solche Düfte so schnell und unmittelbar wahrnehmen, erklärt der Beitrag Wissenschaft des Duftes.

Saunaöl, Aufgusskonzentrat, ätherisches Öl: der Unterschied

Die Begriffe werden oft durcheinander verwendet. Gemeint sind drei verschiedene Dinge.

Ein reines ätherisches Öl ist zu 100 Prozent Öl. Es löst sich nicht in Wasser, sondern schwimmt oben. Gibt man es in den Aufgusseimer, landet es beim Aufgießen fast unverdünnt auf den heißen Steinen.

Saunaöl und Aufgusskonzentrat meinen im Handel meist dasselbe: eine Mischung aus Duftstoffen und einem Lösungsvermittler, die sich im Wasser verteilt. Nach einer Untersuchung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind die Duftstoffe überwiegend ätherische Öle, gelöst in Ethanol oder Isopropanol. Der Alkoholanteil liegt laut Sicherheitsdatenblättern überwiegend zwischen 50 und 95 Prozent.

Daneben gibt es alkoholfreie Aufgüsse, bei denen ein Emulgator die Öle im Wasser verteilt. Für alle Varianten gilt: Sie werden nach Herstellerangabe im Wasser verdünnt, nie pur verwendet.

Welche Öle sich eignen

Eukalyptus, Minze, Menthol

Das sind die Klassiker. Eukalyptusöl riecht klar und leicht kampferartig, das liegt vor allem am 1,8-Cineol. Pfefferminzöl und Menthol erzeugen einen kühlen Eindruck, obwohl die Temperatur gleich bleibt. Der Grund ist gut erforscht: Menthol spricht einen Kälterezeptor an, den TRPM8. Für die Entdeckung von Temperaturrezeptoren wie diesem gab es 2021 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Über die Wirkung auf die Atemwege wird viel versprochen. Die Stiftung Warentest hat dazu festgehalten, dass Düfte im Saunaaufguss vor allem dem Wohlbefinden dienen und ihr Effekt nicht mit dem Inhalieren vergleichbar ist. Wer Eukalyptus mag, sollte ihn also wegen des Dufts wählen.

Nadelhölzer

Kiefer, Fichte, Latschenkiefer, Zirbe und Tanne riechen nach Wald. Gemeinsam ist ihnen ein hoher Anteil an Monoterpenen wie α-Pinen. Sie passen gut zur Holzkabine und lassen sich mit Eukalyptus oder Minze kombinieren.

Zitrus, Lavendel, Melisse

Orange, Zitrone, Bergamotte und Grapefruit riechen leichter und heller. Lavendel und Melisse machen eine Mischung weicher. Solche Kombinationen wählen viele für den Abend oder für den letzten Gang.

Kräftige Öle

Thymian, Wacholder, Nelke oder Sternanis sind sehr intensiv. Sie funktionieren gut als Akzent in einer Mischung, allein und hoch dosiert werden sie schnell aufdringlich.

Unsere drei Aufgüsse sind aus diesen Gruppen komponiert, mit echten ätherischen Ölen. Larimar Breeze verbindet Eukalyptus, Minze und Menthol mit Wintergrün und Kiefernnadel. Verdelite Uplift kombiniert Eukalyptus, Minze und Orange mit Noten von grünem Tee, Lavendel, Sternanis und Nelke. Obsidian Glow setzt auf Orange, Zitrone und Citronella mit Lavendel und Melisse.

Ätherische Öle sicher verwenden

Nie pur auf den Ofen

Ätherische Öle und der Alkohol in Aufgusskonzentraten sind brennbar. Pur gehört deshalb nichts davon auf die heißen Steine oder gar den Ofen. Ofenhersteller wie Harvia schreiben in ihren Anleitungen, dass nur Duftstoffe verwendet werden dürfen, die speziell für Saunawasser gemacht sind, und dass die Angaben auf der Packung gelten.

Verdünnen nach Angabe

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass nahezu alle ätherischen Öle nur stark verdünnt angewendet werden sollten. Zu hohe Konzentrationen können laut BfR die Haut reizen oder Atembeschwerden auslösen. Für den Aufguss heißt das: die Dosierangabe einhalten, bei unseren Konzentraten 10 ml auf einen Liter Wasser. Wie du das Aufgusswasser anmischst und aufgießt, steht im Beitrag Saunaaufguss selber machen.

Vorsicht bei kleinen Kindern

Laut BfR sind stark wirksame Stoffe wie Kampfer oder Menthol für Säuglinge und Kleinkinder generell nicht geeignet. Bei Kindern unter drei Jahren rät das BfR besonders bei Eukalyptus- und Pfefferminzöl zur Vorsicht. Wenn kleine Kinder in der Nähe sind, verzichtest du also besser auf Aufgüsse mit diesen Ölen.

Allergien

Auch allergische Reaktionen auf ätherische Öle sind möglich, schreibt das BfR. Die Stiftung Warentest rät Menschen mit einer Duftstoffallergie, auf Duftaufgüsse zu verzichten. Enthält ein Aufgussmittel bestimmte allergieauslösende Stoffe, steht ab einer festgelegten Menge der Hinweis „Kann allergische Reaktionen hervorrufen“ auf dem Etikett. Das schreibt die europäische CLP-Verordnung vor.

Aufbewahren

Flaschen fest verschlossen, kühl und dunkel lagern, außerhalb der Reichweite von Kindern. Das BfR nennt kindersichere Verschlüsse ausdrücklich als Schutzmaßnahme. Unverdünnte Öle gehören auch nicht auf die Haut.

Natürlich, naturrein, synthetisch

„Ätherisch“ heißt, dass ein Öl aus Pflanzen gewonnen wurde. Viele Aufgüsse kombinieren ätherische Öle mit synthetischen Duftstoffen, um einen Duft runder oder haltbarer zu machen oder Noten zu ergänzen, die es als Öl nicht gibt. Das ist für sich genommen weder gut noch schlecht. Entscheidend ist, dass die Zutatenliste ehrlich ist und die Werbung hält, was das Etikett sagt.

Ob ein Aufguss nur natürliche Duftstoffe enthält, lässt sich an der Zutatenliste prüfen. Bei uns steht „mit echten ätherischen Ölen“, weil einige unserer Duftnoten auch aus synthetischen Duftstoffen kommen.

Woran du ein gutes Aufgussmittel erkennst

  • Es ist ausdrücklich für den Saunaaufguss gemacht.
  • Auf der Flasche steht, wie viel Konzentrat auf einen Liter Wasser kommt.
  • Die Duftstoffe sind benannt, Allergiehinweise und Gefahrensymbole stehen auf dem Etikett.
  • Die Ergiebigkeit ist nachvollziehbar. Bei 10 ml pro Liter ergeben 333 ml rund 33 Liter Aufgusswasser, also über 200 Kellen.

Häufige Fragen

Kann man alle ätherischen Öle für die Sauna nutzen?

Nein. Gut geeignet sind vor allem Eukalyptus, Pfefferminze, Nadelhölzer, Zitrusöle, Lavendel und Melisse. Sehr intensive Öle wie Thymian oder Nelke passen eher als kleiner Anteil in einer Mischung. Reine Öle brauchen außerdem einen Lösungsvermittler, damit sie sich im Aufgusswasser verteilen.

Sind unverdünnte ätherische Öle in der Sauna gefährlich?

Ja. Ätherische Öle und Alkohol sind brennbar und gehören nie pur auf den heißen Ofen. Ofenhersteller wie Harvia erlauben nur Duftstoffe, die für Saunawasser gemacht sind, und diese werden nach Angabe im Wasser verdünnt.

Was ist der Unterschied zwischen Saunaöl und Aufgusskonzentrat?

Meist keiner. Beide Begriffe bezeichnen eine Mischung aus Duftstoffen und Lösungsvermittler, die ins Aufgusswasser kommt. Ein reines ätherisches Öl dagegen löst sich nicht in Wasser.

Welche Öle passen zum Abend?

Viele wählen abends wärmere, weichere Düfte: Orange und Zitrone mit Lavendel oder Melisse. Kühle Düfte wie Minze und Menthol passen eher an den Anfang.

Dürfen kleine Kinder bei einem Eukalyptus-Aufguss dabei sein?

Das BfR rät bei Kindern unter drei Jahren besonders bei Eukalyptus- und Pfefferminzöl zur Vorsicht und hält Menthol und Kampfer für Säuglinge und Kleinkinder generell für ungeeignet. Mit kleinen Kindern in der Nähe verzichtest du besser auf solche Aufgüsse.

Drei Düfte, mit echten ätherischen Ölen

Larimar Breeze ist klar und kühl, Verdelite Uplift kräuterig-frisch, Obsidian Glow warm für den Abend. Jede Flasche enthält 333 ml Konzentrat, dosiert mit 10 ml auf einen Liter Wasser. Hergestellt in Deutschland, komponiert in Zürich.

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