Für einen Saunaaufguss mischst du ein Aufgusskonzentrat mit Wasser und gießt davon ein bis zwei Kellen langsam über die heißen Saunasteine. Wie viel Konzentrat auf einen Liter kommt, steht auf der Flasche, bei unseren Aufgüssen sind es 10 ml. Konzentrat oder ätherisches Öl kommt nie unverdünnt auf den Ofen.
Das klingt einfach, und das ist es auch. Trotzdem machen viele Heimsauna-Besitzer dieselben Fehler: zu viel Konzentrat, zu viel Wasser auf einmal oder Zutaten im Eimer, die dort nicht hingehören. Hier steht, wie es richtig geht.
Was du brauchst
- eine finnische Sauna mit Saunaofen und Steinen, aufgeheizt auf deine übliche Temperatur
- einen Aufgusseimer
- eine Saunakelle
- klares Leitungswasser
- ein Aufgussmittel, das für die Sauna gemacht ist
In einer Infrarotkabine ohne Saunaofen gibt es keine Steine, auf die man aufgießen könnte. Ein klassischer Aufguss ist dort nicht vorgesehen.
Beim Wasser lohnt ein Blick in die Anleitung deines Ofens. Harvia etwa schreibt, dass nur sauberes Haushaltswasser auf die Steine soll. Wasser mit viel Salz, Kalk, Eisen oder Humus kann den Ofen vorzeitig korrodieren lassen, Meerwasser lässt ihn laut Hersteller sehr schnell rosten. Normales Leitungswasser ist in den meisten Regionen kein Problem.
Die Mischung
Mit fertigem Konzentrat
Ein Aufgusskonzentrat besteht aus Duftstoffen und einem Lösungsvermittler, damit sich die Öle im Wasser verteilen. In der Regel ist das Alkohol. Nach einer Untersuchung der DGUV liegt der Alkoholanteil handelsüblicher Aufgussmittel laut deren Sicherheitsdatenblättern überwiegend zwischen 50 und 95 Prozent.
So mischst du:
- Einen Liter Wasser in den Eimer füllen.
- Das Konzentrat nach Herstellerangabe dazugeben, bei uns 10 ml auf einen Liter. Zum Abmessen eignet sich ein kleiner Messbecher.
- Kurz umrühren, damit sich alles verteilt.
Mehr Konzentrat macht den Aufguss nicht besser. Der Duft wird stechend statt angenehm, und du verbrauchst die Flasche schneller. Die DGUV hat außerdem gemessen, dass Aufgussmittel bei sehr hohen Temperaturen durch Pyrolyse Aldehyde und Ketone freisetzen. Auch deshalb ist die angegebene Dosierung der richtige Maßstab.
Ein Rechenbeispiel: Bei 10 ml pro Liter ergeben 333 ml Konzentrat rund 33 Liter Aufgusswasser. Eine Kelle fasst höchstens 0,2 Liter, meist gießt man eher weniger. Das sind über 200 Kellen aus einer Flasche.
Mit ätherischen Ölen
Reines ätherisches Öl löst sich nicht in Wasser. Es schwimmt oben und landet beim Aufgießen fast unverdünnt auf den heißen Steinen. Das ist der Grund, warum fertige Aufgussmittel einen Lösungsvermittler enthalten.
Wer selbst mischen will, sollte das deshalb nicht mit Öl und Wasser allein tun. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass nahezu alle ätherischen Öle nur stark verdünnt angewendet werden sollten. Und Harvia schreibt in seinen Ofenanleitungen, dass nur Duftstoffe verwendet werden dürfen, die speziell für Saunawasser gemacht sind. Der einfachere und sicherere Weg ist ein fertiges Konzentrat mit Dosierangabe.
Welche Öle sich für die Sauna eignen und worauf du bei Kindern und Allergien achten solltest, steht im Beitrag Ätherische Öle in der Sauna.
Ohne Öl: Kräuter und Tee
Viele Rezepte im Netz arbeiten mit Kräutersud, Tee oder Zitrusschalen. Das ist möglich, wenn du ein paar Dinge beachtest:
- Den Sud gut abseihen. Pflanzenreste auf den heißen Steinen verkohlen.
- Keinen Zucker, Honig, Saft oder Fruchtfleisch in den Eimer geben. Alles, was nicht verdampft, bleibt auf den Steinen zurück.
- Kein Salz ins Aufgusswasser geben. Salz gehört zu den Stoffen, die laut Harvia die Korrosion des Ofens beschleunigen.
Selbst gemachte Aufgüsse duften meist deutlich schwächer als ein Konzentrat. Wer einen kräftigen, gleichbleibenden Duft möchte, kommt damit selten weit.
Der Ablauf in der Heimsauna
- Sauna vorheizen, bis Ofen und Steine durchgeheizt sind. Beim allerersten Aufheizen eines neuen Ofens wird laut Harvia noch nicht aufgegossen.
- Aufgusswasser frisch anmischen und umrühren.
- Allen in der Kabine kurz Bescheid geben. Niemand sollte direkt am Ofen sitzen oder stehen, denn der heiße Dampf kann die Haut verbrennen.
- Die erste Kelle langsam und gleichmäßig über die Steine verteilen. Nur auf die Steine gießen, nicht auf Heizstäbe oder Stahlflächen des Ofens. Laut Harvia können dort durch den Temperaturunterschied Dellen entstehen.
- Kurz warten, bis der Dampf oben in der Kabine ankommt. Dann entscheiden, ob eine zweite Kelle folgt.
- Wer mag, verteilt die heiße Luft mit einem Handtuch.
- Nach der Sitzung den Rest wegschütten und den Eimer ausspülen.
Zwei kleine Kellen mit Pause sind fast immer angenehmer als eine große. Der Dampf steigt nach oben und braucht einen Moment, bis er sich verteilt.
Mit dem Slow Steam Stone
Unser handgebohrter Slow Steam Stone aus finnischem Vulkanit-Diabas funktioniert mit demselben Aufgusswasser. Statt die Kelle über die Steine zu gießen, gibst du das verdünnte Aufgusswasser aus dem Eimer mit der Kelle in die Bohrung des Steins. Auch hier gilt: Das Konzentrat aus der Flasche kommt nie pur in den Stein, immer nur die fertige Mischung aus 10 ml auf einen Liter. Mehr zum Stein steht auf der Seite Slow Steam Stone.
Welcher Duft für welchen Gang?
Über mehrere Saunagänge hinweg kannst du mit den Düften spielen. Eine feste Regel gibt es nicht, aber eine Reihenfolge, die viele angenehm finden: Im ersten Gang ein klarer, kühler Duft mit Eukalyptus oder Minze, später etwas Kräuterig-Frisches und zum Schluss ein wärmerer Duft mit Zitrus und Lavendel. Das passt gut zu einem Abend, an dem die Gänge ruhiger werden.
Wenn du mehrere Düfte nutzt, misch für jeden einen eigenen Eimer an oder spül den Eimer zwischendurch aus. Sonst überlagern sich die Duftnoten.
Wie viel Wasser pro Aufguss?
Für Harvia-Öfen gilt laut Anleitung: Pro Aufguss sollen höchstens 0,2 Liter Wasser auf die Steine, und genau so viel fasst die Kelle maximal. Im Zweifel steht die Angabe für deinen Ofen in dessen Anleitung.
Wie viele Aufgüsse du pro Saunagang machst, ist Geschmackssache. In kleinen Heimsaunen reicht oft schon eine Kelle, damit es spürbar heißer wird. Taste dich lieber langsam heran, statt beim ersten Mal den Eimer zu leeren.
Typische Fehler
Konzentrat pur auf die Steine
Konzentrate enthalten viel Alkohol und ätherische Öle, beides ist brennbar. Pur gehört nichts davon auf den Ofen.
Zu hoch dosiert
Doppelte Menge heißt nicht doppelter Genuss. Der Duft wird scharf und aufdringlich.
Zu viel Wasser auf einmal
Ein großer Schwall erzeugt einen harten Hitzestoß. Mehrere kleine Kellen verteilen sich gleichmäßiger.
Falsches im Eimer
Salz, Meerwasser, Zucker oder Saft schaden dem Ofen oder bleiben auf den Steinen zurück.
Aufgießen, wenn jemand am Ofen sitzt
Der Dampf steigt schnell und heiß auf. Kurz Bescheid sagen und Abstand halten.
Wer sich während des Aufgusses auf etwas konzentrieren möchte, findet im Beitrag Atmen in der Sauna eine einfache Atemübung für die Hitze.
Häufige Fragen
Wie macht man einen Saunaaufguss?
Aufgusskonzentrat nach Herstellerangabe mit Wasser mischen, bei uns 10 ml auf einen Liter. Dann ein bis zwei Kellen langsam über die heißen Steine gießen, nachdem alle in der Kabine Bescheid wissen und niemand direkt am Ofen sitzt.
Wie viel Aufguss kommt auf einen Liter Wasser?
Das steht auf der Flasche. Laut einer Untersuchung der DGUV liegen die Herstellerangaben zwischen 4 und 30 ml pro Liter. Bei unseren Aufgüssen sind es 10 ml.
Kann man ätherische Öle direkt auf die Saunasteine geben?
Nein. Ätherische Öle und Aufgusskonzentrate werden immer im Aufgusswasser verdünnt. Ofenhersteller wie Harvia erlauben nur Duftstoffe, die für Saunawasser gemacht sind.
Wie viele Kellen gießt man pro Aufguss?
Meist eine bis zwei. Harvia nennt für seine Öfen höchstens 0,2 Liter Wasser pro Aufguss. In kleinen Heimsaunen reicht oft eine Kelle.
Kann man Salz ins Aufgusswasser geben?
Besser nicht. Salz gehört laut Harvia zu den Stoffen, die den Ofen vorzeitig korrodieren lassen.
Ein Duft, über 200 Kellen
Jede Flasche enthält 333 ml Aufgusskonzentrat mit echten ätherischen Ölen. Bei 10 ml auf einen Liter Wasser ergibt das rund 33 Liter Aufgusswasser. Im Set mit dem handgebohrten Slow Steam Stone in der Holzbox für 119 €, als Einzelflakon in der Magnetbox für 89 €.